Gemeindemuseum verändert sich

Rubrik:

Ortsgeschichte

Herausgeber:

Gemeinde Oftersheim - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Ort:

Gemeindemuseum

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Museum vlnr Volpp, Dr Grünewald, Hillengaß, Burkard, Frei, Spieß.JPG

Die Römer haben ihre Spuren in Oftersheim hinterlassen. Derzeit wird deshalb die Ausstellung zur Ortsgeschichte im Gemeindemuseum umgestaltet, um den römischen Spuren mehr Platz einzuräumen. Vertreter des Heimat- und Kulturkreises Oftersheim (HuKO) und der Gemeindeverwaltung trafen sich jetzt mit der Archäologin Dr. Mathilde Grünewald, um den Umbau zu besprechen und den Zeitplan abzustimmen.

Bei Ausgrabungen Mitte der 60er Jahre hatten Fachleute im Gewann Hornungsäcker Reste einer römischen Villa rustica, eines Gutshofs, entdeckt. Viele Fundstücke der Gebäudereste lagerten jahrzehntelang im Keller der Reiß-Engelhorn-Museen Mannheim (REM), als die Archäologin Dr. Mathilde Grünewald vor wenigen Jahren förmlich über die Fundkisten stolperte: „Da waren kistenweise Wandfragmente zu finden mit feinsten Wandmalereien“, sagt sie auch heute noch mit Begeisterung. Ein Stolpern mit weitreichenden Folgen. Die Oftersheimer Villa rustica wurde 2016 Bestandteil einer Sonderausstellung in den REM, und in Oftersheim fiel die Entscheidung, in Zusammenarbeit mit Dr. Grünewald die Römer im Gemeindemuseum prominenter zu platzieren.
Aufgrund der Wandfragmente hatten Fachleute des REM die Wände rekonstruiert. Die Vorlagen waren bereits bei der Sonderausstellung zu besichtigen, und Oftersheim sicherte sich die Rechte, um mit Hilfe von eigens angefertigten Tapeten die Wände im Gemeindemuseum entsprechend umzugestalten. Die Tapeten hängen bereits, der Anfang ist gemacht. Einige Fundstücke (Bruchstücke der Wandbemalung sowie Nägel) sind bereits in Oftersheim vorhanden, erklärten Dieter Burkard und Gerhard Frei, der Vorstand vom HuKO, weitere Leihgaben sollen folgen. Das Modell der Hypokausten-Heizung steht als Dauerleihgabe bereits vor Ort. Dr. Mathilde Grünewald hofft, auch den Hausschlüssel in Oftersheim ausstellen zu können oder ein Stück Säule der Veranda. Alles soll ansprechend präsentiert werden, in Schaukästen vorteilhaft ausgeleuchtet, aber auch Dinge zum Anfassen sind geplant. Um die Ausstellung auch für Schüler interessant zu machen, soll es Arbeitsblätter rund um die Römer geben, sagte Dieter Burkard. Gerhard Frei könnte sich auch eine kleine Münzprägemaschine vorstellen.

Alles in allem ist es eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen der Fachfrau, dem HuKO und der Gemeindeverwaltung. „Ohne Frau Dr. Grünewald wäre das so nicht möglich gewesen“, betonte Dieter Burkard.
Bis Ende November könnte ein Großteil der Ausstellung fertig sein, die offizielle Eröffnung wird Anfang nächsten Jahres sein, kündigte Guido Hillengaß vom Kulturamt an. Vorher wird aber in Oftersheim - passend zur neuen Ausstellung - noch ein druckfrisches Buch vorgestellt, das den Arbeitstitel „Römisches Wohngebäude mit Wandmalereien“ trägt. Das Buch mit rund 160 Seiten und 185 Abbildungen liegt bereits beim Verlag, es muss nur noch gedruckt werden.

Foto vlnr: Dr. Mathilde Grünewald, Hauptamtsleiter Jens Volpp, Guido Hillengaß, Dieter Burkard, Gerhard Frei, Helmut Spieß (HuKO)